Frauen bemerken mehr, als ihr denkt.
- 24. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Manchmal, wenn ich Bewertungen oder Beiträge in Foren lese, ertappe ich mich immer wieder bei demselben Gedanken.
Gelegentlich habe ich den Eindruck, dass manche Männer tatsächlich glauben: Wenn sie schweigen, schaltet die Frau automatisch ihre Beobachtungsgabe aus.
Leider … oder zum Glück … funktioniert das nicht so.
Viele Männer scheinen überzeugt zu sein, dass eine Frau nichts bemerkt.
Doch.
Sie bemerkt sehr viel.
Sie bemerkt den Blick.
Den Tonfall.
Wie ein Mensch sie begrüßt.
Wie er den Raum betritt.
Wie er ein Gespräch beginnt.
Manchmal reichen die ersten zehn Sekunden, um zu verstehen, dass diese Begegnung heute psychologisch interessanter werden wird als körperlich.
Im Laufe der Jahre durfte ich die unterschiedlichsten Menschen kennenlernen.
Freundliche.
Ruhige.
Fröhliche.
Verschlossene.
Unsichere.
Selbstsichere.
Und mit der Zeit habe ich eines verstanden:
Unsicherheit zeigt sich nur selten durch Worte
Viel häufiger zeigt sie sich durch Forderungen.
Manchmal hat ein Mann kaum etwas gesagt und beginnt bereits, Bedingungen zu diktieren und eine besondere Behandlung zu verlangen.
In solchen Momenten denke ich immer:
Wer muss hier gerade eigentlich wem etwas beweisen?
Einmal kam ein Mann zu mir.
Er betrat den Raum äußerst selbstbewusst, als hätte er bereits einen Wettbewerb gewonnen, von dem allerdings nur er selbst wusste. Er ließ sich lässig in den Sessel fallen und zeigte mit seiner gesamten Haltung, dass er die Situation vollkommen unter Kontrolle hatte.
Während unseres Gesprächs fragte er nach einer zusätzlichen (extra) Leistung. Ich nannte ihm ruhig den Preis.
Er stand wortlos auf und ging sehr schnell. Beinahe rannte er davon.
Ohne ein einziges Wort.
Ehrlich gesagt hatte ich kaum Zeit zu begreifen, was überhaupt geschehen war. Später erklärte seine negative Bewertung dafür alles sehr ausführlich.
Es ist erstaunlich, aber manchmal fallen einem Menschen zwei einfache Sätze offenbar schwerer als ein langer Text voller Beschwerden.
Damals dachte ich - wäre es wirklich so schwer gewesen zu sagen: „Das ist mir leider zu teuer.“
Manchmal habe ich jedoch das Gefühl, dass es Menschen schwerer fällt, offen zu ihren eigenen Möglichkeiten zu stehen, als später ausführlich ihre Enttäuschung zu erklären.
Daran ist nichts beschämend.
Jeder Mensch hat unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten.
Doch manchmal scheint es leichter zu sein, beleidigt zu reagieren, als sie ehrlich einzugestehen.
Es gab auch einen anderen Fall.
Der Mann sprach kaum.
Er vermied jeden Blickkontakt.
Er war so verkrampft, dass ich zeitweise das Gefühl hatte, neben mir säße kein lebendiger Mensch, sondern eine Schaufensterpuppe. Ehrlich gesagt wartete ich irgendwann nur noch darauf, dass er wenigstens einmal mit den Augen blinzelt.
Später schrieb er, ich sei unfreundlich gewesen.
Und genau da ertappte ich mich bei einem eigentlich ganz einfachen Gedanken.
Wir erwarten häufig Wärme von einem anderen Menschen.
Dabei erscheinen wir selbst manchmal zu einer Begegnung mit dem Gesichtsausdruck eines Menschen, dem man für einen ganzen Monat das warme Wasser abgestellt hat.
Und wir vergessen, dass Wärme zwischen zwei Menschen entsteht.
Man kann sie nicht kaufen.
Man kann sie nicht verlangen.
Und man erhält sie nicht automatisch, nur weil eine Begegnung bezahlt wurde.
Ich glaube, genau darin liegt einer der größten Irrtümer.
Manche Männer versuchen, sich Respekt durch Forderungen zu verschaffen.
Doch so entsteht kein Respekt.
Er entsteht auf eine ganz andere Weise.
Durch Ruhe.
Durch Kommunikation.
Durch gegenseitige Wertschätzung.
Ich verurteile niemanden.
Es sind lediglich meine Beobachtungen.
Но за годы работы я поняла одну простую вещь.
Иногда достаточно открыть дверь, чтобы мысленно отменить все свои планы на спокойную встречу.
Женщины чувствуют людей гораздо лучше, чем многим кажется.
И очень часто за внешней уверенностью они видят совсем другое.
Aber im Laufe der Jahre habe ich eine einfache Sache verstanden:
Manchmal genügt es, die Tür zu öffnen, um innerlich bereits alle Pläne für eine entspannte Begegnung zu verwerfen.
Frauen spüren Menschen sehr viel besser, als viele glauben.
Und sehr häufig erkennen sie hinter äußerer Selbstsicherheit etwas vollkommen anderes.
Bevor man also wieder darüber nachdenkt, wie eine Frau zu sein hat, sollte man sich vielleicht für einen Moment fragen, was man selbst in diese Begegnung mitbringt.
Denn eine echte Begegnung beginnt niemals mit Forderungen.
Sie beginnt mit Respekt.
Vielleicht sind gerade deshalb die angenehmsten Begegnungen fast immer jene mit Männern, die nicht kommen, um etwas einzufordern.
Sondern mit denen, die einfach kommen … einfach als Mann zu einer Frau.
Und seltsamerweise sind es genau diese Menschen, die später am seltensten Bewertungen schreiben.
Vielleicht deshalb, weil schöne Begegnungen keine Beweise brauchen.
Man erinnert sich einfach mit einem Lächeln an sie.
Safe Space ist ein Ort, an dem man ehrlich sprechen darf.



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