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Warum Männer sagen: „Ich bin fertig“.

22. Aug.
4 Min. Lesezeit

Ich treffe ziemlich oft attraktive, erfolgreiche und vollkommen normale Männer.

Und manchmal frage ich:

— Warum bist du eigentlich allein? Warum bist du nicht verheiratet?


Und dann geht es los.

Frauen sind viel zu anspruchsvoll.

Man muss um eine Frau werben.

Sie zum Essen einladen.

Mit ihr ausgehen.

Geschenke machen.

Schreiben.

Anrufen.

Aufmerksam sein.

Und das Empörendste daran: selbst nach zwei oder drei Dates gibt es noch lange keine Garantie auf Sex.


Das ist natürlich eine Frechheit.

Vor allem, wenn der Mann seine Investitionen gedanklich bereits zusammengerechnet hat und langsam mit einer Rendite rechnet. 😄


Da ich aber mathematisch veranlagt bin, verstehe ich irgendwann, warum sie zu uns kommen.

Hier ist das Geschäftsmodell wesentlich transparenter.

Keine drei Abendessen.

Kein Blumenstrauß, bei dem man noch nicht einmal weiß, ob er überhaupt gefällt.

Keine stundenlangen Überlegungen bei der Nachricht „Guten Morgen, schöneFrau“ – Herzchen dahinter oder wirkt das schon zu aufdringlich?


Alles ist klar.

Zeit.

Preis.

Vereinbarung.

Treffen.

Männer mögen verständliche Geschäftsmodelle.

Und dafür kann ich ihnen eigentlich nicht einmal einen Vorwurf machen.


Ja, ich gebe es zu: Frauen haben viele Ansprüche an Männer.

Und jede hat andere.

Die eine möchte einen intelligenten.

Die andere einen attraktiven.

Die dritte einen zuverlässigen.

Die vierte einen lustigen.

Und die fünfte möchte einen Mann, der über Gefühle sprechen kann – aber bitte auch nicht zu viel, denn dann wird es schon wieder anstrengend.

Kurz gesagt: unsere Anforderungen erinnern manchmal an den Konfigurator eines Premiumautos.


Aber wenigstens sind wir nicht primitiv.

Von Männern heißt es dagegen immer, sie wollten von einer Frau nur Sex.


Wobei ich überhaupt nicht verstehe, woher eigentlich dieser Mythos kommt, Männer bräuchten von einer Frau nur einen bestimmten funktionalen Teil, während Frauen angeblich immer gleich den ganzen Mann wollen.


Habt ihr euch eigentlich schon einmal Sexspielzeug für Männer und Frauen angesehen?

Da findet man die wahre Soziologie der Geschlechter.


Männer haben die Sache sehr gründlich durchdacht.

Wenn schon ein Sexspielzeug – dann gleich eine ganze Frau.

Kopf.

Brüste.

Körper.

Beine.

Praktisch schon ein Familienmitglied.

Noch ein bisschen technischer Fortschritt und sie fragt irgendwann:

— Hast du den Müll rausgebracht?


Und die Frauen?

Frauen haben sich den Mann angesehen und entschieden:

— Nein. Uns reicht der funktional wichtige Teil.

Alles andere wurde offenbar als unnötige Zusatzausstattung eingestuft.


Und wer von uns ist jetzt eigentlich primitiv? 😜


Mehr noch: ich bin absolut überzeugt davon, dass, wenn man Frauen morgen massenhaft realistische Männer in Originalgröße als Sexspielzeug anbieten würde, viele sie anschauen und sagen würden:

— Nein, danke. Wozu?

Denn ein ganzer Mann verursacht schon wieder ein Lagerproblem.

Wohin damit zu Hause?

Bei mir wäre zum Beispiel nur noch auf dem Balkon Platz.

Aber mal ehrlich – das würde schon ziemlich merkwürdig aussehen.

Da steht den ganzen Tag ein Mann auf dem Balkon.

Und schaut in die Büsche.

Irgendwann machen sich die Nachbarn wahrscheinlich Sorgen.

Die denken bestimmt:

— Meine Güte, wie lange raucht der denn? Und wie sehr muss ihm dieser Ausblick vom Balkon gefallen?


Nein.

Der funktionale Teil ist wesentlich praktischer.

Und braucht weniger Platz.


Aber überhaupt sind die Vorstellungen von gutem Sex bei Männern und Frauen manchmal erstaunlich unterschiedlich.

Vor Kurzem habe ich irgendeinen Podcast gesehen.

Und dort erzählte ein Mann vollkommen ernst, dass es sein Traum sei, beim Sex zu sterben.

Klingt natürlich dramatisch.

Der letzte Atemzug.

Der letzte Orgasmus.

Der schöne Tod eines echten Mannes.


Aber ich hatte dabei nur eine einzige Frage:

— Hast du eigentlich auch an die Frau gedacht?

Was für ein Egoismus.

Vielleicht hatte sie noch nicht einmal einen Orgasmus.

Und jetzt ist in ihr schon ein Mensch gestorben.


Der ganze Abend ist ruiniert.

Sie hat gerade noch gedacht: „Oh, jetzt vielleicht gleich…“


Und plötzlich:

Notarzt.

Polizei.

Fragen.

Protokoll.

Am Ende wird vielleicht noch die ganze Wohnung mit Absperrband versehen.


Und dann versuch mal, später einer Freundin ganz normal zu erklären, wie dein Abend war.

— Na, wie war das Date?

— Eigentlich ganz okay. Nur das Ende hat sich etwas gezogen.


Und dann gibt es ja auch noch Männer, bei denen eine Frau vielleicht gar nicht sofort merkt, dass er gestorben ist.

Erst nach zehn Minuten wird sie langsam misstrauisch:

— Irgendwie dauert das heute verdächtig lange…


Und nach diesem Podcast habe ich endlich etwas verstanden, worüber ich mich früher ein bisschen gewundert habe.

Warum Männer nach dem Sex so oft feierlich verkünden:

— Ich bin fertig!


Früher habe ich das nie verstanden.

Warum müsst ihr das eigentlich extra mitteilen?

Wir waren doch dabei.

Wir haben es gesehen.

Wir haben es ungefähr mitbekommen.


Aber jetzt ergibt plötzlich alles einen Sinn.

Das ist überhaupt kein Bericht über die geleistete Arbeit.

Und auch keine feierliche Verkündung des Ergebnisses.


Das ist ein Lebenszeichen.

„Ich bin fertig!“

Bedeutet also eigentlich:

„Keine Sorge. Ich bin fertig. Aber ich lebe noch.“


Danke, Männer.

Ab jetzt werde ich diesen Satz mit völlig anderen Ohren hören.

Man könnte sogar antworten:

— Sehr gut. Puls noch da?


Ich habe daraus jedenfalls eine wichtige berufliche Erkenntnis gewonnen.

Wenn ein Mann nach dem Sex sagt: „Ich bin fertig!“ – seid nicht genervt.

Er kommentiert nicht die Qualität des Treffens.

Er informiert euch lediglich über seinen aktuellen Zustand.

Alles erfolgreich verlaufen.

Der Kunde lebt.


Und manchmal ist das, seien wir ehrlich, doch schon ein ziemlich gutes Ergebnis. 😜

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