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Rechte von Frauen und Pflichten der Betreiber : was du wissen solltest

  • 25. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Apr.

Die Arbeit in der Sexarbeit in Deutschland wird durch das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) geregelt.

Dieses Gesetz legt nicht nur die Pflichten der Frauen fest, sondern auch klare und strenge Grenzen für Betreiber und Vermieter (Inhaber von Studios, Salons, Apartments und Arbeitsräumen), um Druck und Ausbeutung zu verhindern.


Diese Regeln zu kennen ist wichtig, um zu verstehen, wo die Anforderungen eines Betreibers enden und deine Rechte beginnen.



1. Der Betreiber darf keine Leistungen vorschreiben


Nach dem Gesetz darf der Betreiber nicht festlegen, welche Leistungen du anbieten musst, in welchem Umfang oder in welcher Form.


Das bedeutet:

  • es dürfen keine bestimmten Praktiken vorgeschrieben werden,

  • es darf nicht verlangt werden, ohne Pausen zu arbeiten,

  • es darf kein Druck ausgeübt werden, Leistungen anzubieten, mit denen du nicht einverstanden bist.


Alle Vereinbarungen über Leistungen entstehen ausschließlich zwischen dir und dem Kunden.




2. Verbot von Druck und Kontrolle


Dem Betreiber ist es verboten:

  • psychischen oder wirtschaftlichen Druck auszuüben,

  • mit Strafen, Rauswurf oder Anzeigen zu drohen,

  • deine Einnahmen über die vereinbarte Miete hinaus zu kontrollieren,

  • Abhängigkeiten zu schaffen (Schulden, „Verpflichtungen“, Einbehalten von Dokumenten).


Jede Form von Zwang verstößt gegen das Gesetz.




3. Transparente Mietbedingungen


Alle Vereinbarungen mit dem Betreiber müssen:

  • klar und verständlich formuliert sein,

  • schriftlich oder in Textform festgehalten werden,

  • auf deinen echten Namen oder deinen Arbeitsnamen (Alias) ausgestellt sein.


Der Betreiber ist verpflichtet:

  • dir eine Kopie der Vereinbarungen auszuhändigen,

  • die Bedingungen nicht einseitig zu ändern,

  • keine unverhältnismäßig hohen Mieten oder „Zusatzgebühren“ zu verlangen.


Das Gesetz richtet sich ausdrücklich gegen finanzielle Ausbeutung.




4. Dokumentenkontrolle ist Pflicht des Betreibers


Der Betreiber muss vor Arbeitsbeginn überprüfen, ob du:

  • eine gültige Anmeldung oder Aliasbescheinigung hast,

  • eine gültige Bescheinigung über die Gesundheitsberatung besitzt.


Lässt der Betreiber jemanden ohne diese Dokumente arbeiten, verstößt er gegen das Gesetz.

Für dich ist das ein klares Zeichen, dass der Betrieb in einer Grauzone arbeitet.




5. Sichere Arbeitsbedingungen


Der Betreiber ist verpflichtet, zu gewährleisten:

  • grundlegende Sicherheitsbedingungen,

  • dass du die Räumlichkeiten jederzeit verlassen kannst,

  • grundlegende Hygiene- und Schutzmittel (Seife, Toilettenpapier usw. – auch wenn man diese in der Praxis oft selbst mitbringt),

  • Information über die gesetzliche Kondompflicht.


Du bist nicht verpflichtet, unter Bedingungen zu arbeiten, die dir unsicher erscheinen.




6. Kondompflicht ist nicht verhandelbar


Die Verwendung eines Kondoms beim Geschlechtsverkehr ist eine gesetzliche Pflicht.


Der Betreiber:

  • darf keine Arbeit ohne Schutz erlauben oder fördern,

  • darf nicht damit werben oder darauf anspielen.


Angebote „zu besonderen Bedingungen“ ohne Schutz sind illegal.




7. Staatliche Kontrolle


Betreiber sind verpflichtet:

  • ein Verzeichnis der tätigen Personen zu führen,

  • diese Daten geschützt aufzubewahren,

  • Kontrollen durch die Behörden zuzulassen.


Wenn ein Betreiber sagt, dass „es keine Kontrollen gibt“ oder „man alles regeln kann“, ist das ein deutliches Warnsignal.




Warum es wichtig ist, legal zu arbeiten


All diese Regeln existieren nicht gegen Frauen, sondern zu ihrem Schutz.


Wenn du legal arbeitest:

  • kannst du dir bei Problemen Hilfe holen,

  • hast du rechtlichen Schutz bei Konflikten,

  • gibt es klare Grenzen und Regeln.



Wenn das Gesetz umgangen wird, trägst du alle Risiken selbst — und musst alle Probleme alleine lösen.



Safe Space ist ein Ort, an dem man offen darüber sprechen kann.

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