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Eigentlich sind wir sehr nette Frauen.

  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Ihr schreibt ja immer wieder in den Foren, dass wir böse sind.

Unfreundlich.

Kalt.

Zu wenig lächeln.

Und überhaupt könnten wir doch irgendwie … netter sein.


Und da habe ich nachgedacht.

Wozu braucht ihr eigentlich eine nette Frau?

Nettsein ist doch eine furchtbar unsexy Eigenschaft.


Ich habe noch nie gehört, dass ein Mann eine Frau sieht, die gerade ein Rudel streunender Hunde füttert, und begeistert sagt: Mein Gott, was für eine Frau! Jetzt wasche ich ihr erst mal den Dreck und den Hundegeruch ab – und dann verliebe ich mich sofort in sie.“


Nein.

Aus irgendeinem Grund tauchen in männlichen Fantasien eher Zicken auf, Femmes fatales, verdorbene Frauen, naive Dummchen …

Aber nie: „Nette Frau, 42 Jahre alt, hilft regelmäßig im Tierheim.“


Selbst auf Pornoseiten gibt es keine Kategorie Nette Frau.

Stellt euch das mal vor.

So viele Jahre gibt es diese Industrie schon – und niemand ist auf die Idee gekommen.

Wahrscheinlich, weil Nettsein einfach schlecht in ein sexuelles Szenario passt.

Im entscheidenden Moment möchte ein Mann schließlich etwas Erregendes hören und nicht „Übrigens, ich habe gestern fünfzig Euro ans Tierheim überwiesen.“


Dabei bin ich überhaupt nicht damit einverstanden, dass wir nicht nett wären.

Ganz im Gegenteil.

Frauen tun unglaublich viele gute Dinge.

Männer sind nur nicht immer in der Lage, sie als solche zu erkennen.


Nehmen wir zum Beispiel das Vortäuschen eines Orgasmus.

Ist das etwa nicht die reinste Form weiblicher Güte?

Der Mann gibt sich Mühe.

Er arbeitet.

Er glaubt an sich.

Wie soll man da einfach sein Selbstwertgefühl zerstören?

Und die Frau mobilisiert ihre letzten seelischen Kräfte: „Jaaaaaa! Genau so!“

Während ihre innere Stimme ganz ruhig fragt: „Wollen wir heute eigentlich irgendwann es aufhören ?“


Für mich grenzt das schon fast an Wohltätigkeit.

Mehr noch.

Ich habe da eine Theorie: ich bin überzeugt, dass eine Prostituierte den vorgetäuschten Orgasmus erfunden hat.

Und zwar ausschließlich aus Humanität.

Erstens, damit der Mann glücklich nach Hause geht.

Zweitens, damit er nicht beleidigt ist.

Und drittens … damit er endlich nach Hause geht.


So viel also zu unserer angeblichen „Boshaftigkeit“.

Wir schützen euer Selbstwertgefühl.

Wir stärken euren Glauben an die eigenen Fähigkeiten.

Und manchmal spielen wir Begeisterung vor, während eine andere Frau längst auf die Uhr geschaut hätte.


Und danach behauptet ihr immer noch, wir wären nicht nett?

Nein, meine Herren.


Ihr versteht weibliche Güte einfach falsch.

Sie sieht nicht immer aus wie ein sanftes Lächeln und eine Tasse heißen Tee.

Manchmal bedeutet wahre Güte einfach, im richtigen Moment zu sagen: „Ja, Schatz, das war wunderschön“ … und auf weitere Details zu verzichten.


Also nein.

Wir sind nicht böse.

Wir sind gute Feen.


Wir haben nur alle unsere eigenen Arbeitsmethoden. 😇


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